Begegnungen von Mensch zu Mensch

Im Alter in Würde in der eigenen Wohnung zu leben, dazu gehört nicht nur gut versorgt zu sein, sondern auch sich nicht allein zu fühlen und der Austausch mit einem Menschen, dem man vertraut. Um der Vereinsamung älterer Menschen entgegen zu wirken, hat das Seniorenamt der Stadt Regensburg bereits vor über 20 Jahren einen ehrenamtlichen Besuchdienst eingerichtet.


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Wie jeden Mittwochnachmittag macht sich Viktoria Niedermüller auf den Weg zu ihrem wöchentlichen Kaffeekränzchen. Eine 90-jährige Dame öffnet ihr die Tür, der Tisch ist schon gedeckt, es duftet nach Kaffee. In den nächsten zwei Stunden plaudern die beiden Frauen angeregt über dieses und jenes - am liebsten über frühere Zeiten. Die ältere Dame lebt allein in ihrer Wohnung. Ab und an kommen ihre Kinder mit Einkäufen vorbei. Dazwischen wird die Zeit lang. Umso mehr freut sie sich über den regelmäßigen Besuch von Viktoria Niedermüller, welcher immer für eine willkommene Abwechslung sorgt!

Viktoria Niedermüller ist selbst Rentnerin und hatte vor einigen Jahren nach einer Aufgabe für sich gesucht. „Mir war es wichtig mit Menschen zu tun zu haben,“ sagt sie. In der Zeitung wurde sie dann fündig. Das Seniorenamt der Stadt Regensburg war auf der Suche nach engagierten Bürgern, die ihre freie Zeit gerne teilen möchten – teilen mit älteren Menschen, die sich einsam fühlen und nach Austausch suchen. Ein ehrenamtlicher Besuchsdienst kann dabei vieles sein: Einander zuhören, vorlesen, spazieren gehen, kleine Besorgungen erledigen, gemeinsame Interessen teilen oder eben – zusammen Kaffeetrinken und ratschen!

Warum soziale Kontakte so wichtig sind und warum sie gerade bei der älteren Generation fehlen, weiß Manuela Treml, Mitarbeiterin im Seniorenamt der Stadt Regensburg: „Sie fehlen, weil die langjährigen Kontakte weniger werden, der Lebensraum eingeengter ist und somit neue Kontakte aus eigener Initiative kaum noch aufgebaut werden können.“ Weitere Gründe lägen im Wandel der Gesellschafts- und Familienstrukturen: „Menschen werden älter, was bedeutet, das auch deren Kinder sich oft nicht mehr in der Lage befinden, sich beispielsweise als 70-Jähriger umfassend um die 90-jährige Mutter zu kümmern.“ Oft wohnen die Angehörigen auch weit weg. Umso wichtiger sei es, so Manuela Treml, das Gefühl von Einsamkeit für gewisse Zeit zu unterbrechen. „Allein die Wertschätzung, die der ältere Mensch dadurch erfährt, dass ein Gast ins Haus kommt! Das zeigt: Ich bin wichtig!“ Nicht selten entstünden so echte Beziehungen zwischen dem Besucher und dem Besuchten, die über Jahre dauern.

Nicht zu den Aufgaben des Ehrenamtlichen gehören übrigens Haushalt und Pflegetätigkeiten – es geht rein um den sozialen Kontakt! Und da der Besuchsdienst etwas Freiwilliges ist, muss es dabei natürlich auch etwas Positives bei demjenigen hinterlassen, der sich die Zeit dazu nimmt. Und das tut es auch: „Ich nehme aus den Besuchen so viel mit! Ein früherer Klient hat mir beispielsweise immer von seiner Reise mit dem Fahrrad durch die ganze Welt erzählt – Ich hing regelrecht an seinen Lippen!“ schwärmt Viktoria Niedermüller noch heute.



Sie sind über 60 und möchten sich in Ihrer freien Zeit gerne engagieren? Interessenten für ein Ehrenamt im Besuchsdienst melden sich gerne bei:

Petra Frauenstein

Senioren- und Stiftungsamt
Johann-Hösl-Str. 11
Zimmer: 218
93053 Regensburg
Tel.: (0941) 507-1541
frauenstein.petra@regensburg.de


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