Die Siphonmanufaktur: Barkultur in Reinform

Es sprudelt wie in alten Zeiten! Was in den 20er und 30er Jahren in New Yorker Clubs und Bars allgegenwärtig war, erlebt heute eine funkelnde Renaissance: Cocktails und Long-Drinks können wieder durch den spritzigen Inhalt feinfühlig restaurierte Original Sparklets aufgepeppt werden! Die schicken Kristallglasflaschen haben zwar schon einige Jahre auf dem Buckel, sind aber gerade durch die sorgfältige Handarbeit des Unternehmens "Die Siphon Manufaktur" wieder zu einzigartigen Trendaccessoires im Barbereich avanciert.


Soda Sparklets – Der Bar-Kult lebt!

Normalerweise nimmt man von einer Reise Souvenirs, Urlaubsfotos und jede Menge schöne Erinnerungen mit. All das hatte der damalige Medizinstudent Martin Gräbeldinger nach einer USA-Reise bestimmt auch im Gepäck – doch in seinem Koffer, sorgfältig eingewickelt zwischen Hemden und Hosen, kehrte mit ihm ein wahres Schmuckstück in die Heimat: Auf einem New Yorker Flohmarkt hatte er ihn entdeckt - einen alten Sparklets Soda Siphon - und es war um ihn geschehen! Zurück in Deutschland arbeitete er mit seinem langjährigen Freund Jonas Dieterle sofort an der Restauration des in die Jahre gekommenen Siphons, bis er strahlend und schön und vor allem funktionstüchtig vor Ihnen stand. Begeistert vom Resultat und der positiven Resonanz aus ihrem Umfeld, beschlossen die Jungunternehmer, nach weiteren Soda Siphons zu suchen, diese zu restaurieren und zu verkaufen. Die Geburtststunde der Siphonmanufaktur hatte geschlagen. Und was 2011 als – zugegeben – etwas außergewöhnliches Hobby begann – mauserte sich in den letzten Jahren zu einem ernstzunehmenden Geschäftsmodell...


Ein amerikanischer Traum

Um den neuentdeckten Kult um den geschichtsträchtigen Sparklet zu verstehen, nehmen wir Sie zeitlich und örtlich mit auf eine Reise in die 1920er der USA. Sinnbildlich für die “Roaring Twenties” verwandelte sich New York damals in eine der größten und schillerndsten Städte der Welt. In den lebhaften Straßen der Stadt schossen Seite an Seite die Jazzkultur, die Wolkenkratzer – wie das Empire State Building – und die Finanzwelt empor. Es ist die Ära des legendären Great Gatsby mit all seiner Dekadenz und seinen Ausschweifungen, die ihr jähes Ende in dem berühmtesten Absturz der Börsengeschichte, dem Black Friday, fand. Und immer wenn sich die Nacht in den Jazzclubs der Stadt wieder in ein Spektakel verwandelte, gefeiert und getanzt wurde, kann man sich sicher sein, dass dabei immer auch der besondere, rhythmische Klang der Seltersflaschen zu hören war. Als ein Symbol des sozialen Status, explodierten die Verkaufszahlen der Siphons Sparklets in den Jahren 1925 und 1926 geradezu. So legten die Soda Siphons auch Auftritte in der Filmindustrie hin, zu sehen in zahlreichen Filmen zwischen den Jahren 1930 und 1960. Was für ein Erbe!


Ausgesprudelt?


Nach dem Krieg flachte der Hype um den Soda Siphon jedoch ab. Getränke wie Coca Cola machten dem Sodawasser Konkurrenz, die einsten Liebhaberstücke kamen nur noch selten in privaten Haushalten zum Einsatz. Wenige Bars und Gastronomiebetriebe bildeten noch Refugien, in denen die schicken Gasflaschen zu finden waren. Ganz anders verlief die Entwicklung in Europa. Hier erlebte der mit Kohlensäurepatronen betriebene Siphon nach dem Krieg eine wahre Renaissance. ln den 50er Jahren gehörte er zur Grundausstattung eines modernen Haushalts. Farbenfroh beschichtete Aluminiumgehäuse trugen dazu bei, dass sich diese Geräte in jeder Umgebung optimal präsentieren ließen. Glassiphons spielten jedoch keine Rolle mehr. Und dann? Dann folgten die modernen Soda-Maschinen aus Kunststoff. Von der einstigen Klasse ist nichts mehr übrig geblieben. Wie gut also, dass heute unsere beiden Jungunternehmer der Siphon Manufaktur mitmischen, wenn es um das edle Bar-Equipment geht: "Wir sind der Meinung, dass die Zubereitung von Wasser mehr Stil verdient und dem Wasser an sich mehr Wertschätzung entgegengebracht werden sollte, getreu dem Spruch 'Man ist, was man trinkt',"sind sich Martin Gräbeldinger und Jonas Dieterle einig. Deswegen haben sie es sich auch zur Aufgabe gemacht, den Soda Siphon wiederzubeleben. Denn trotz ihres Alters seien sie vor allem eines: hochwertige Gebrauchsgegenstände, die für schönes und funktionelles Design stehen und die ge- und benutzt werden sollten!


Soda in aller Munde

Mittlerweile führt die Siphon Manufaktur zahlreiche Soda Siphons aus unterschiedlichen Epochen und Herkunftsländern wie den USA, Japan und England – je nachdem welches Exemplar den beiden eben in die Hände fällt. Am häufigsten stoßen sie auf der Suche nach Soda Siphons auf Exemplare aus New York, eher selten auf ein Modell aus London und die Siphons aus Berlin sind besonders rar. Sicher auch, da diese im Schnitt nochmals ca. zehn Jahre älter sind. Doch die Reise ist damit keinesfalls zu Ende: Die restaurierten Kristallglasflaschen finden Abnehmer und Fans in der ganzen Welt. Der Fokus liegt aktuell auf der Marke Sparklets, die ihrerzeit Weltmarktführer war.


Eines ist dabei gewiss: Sie alle sind Unikate! Selbst Siphons ein- und derselben Modellreihe unterscheiden sich im Detail, denn 80-90 Jahre Geschichte hinterlassen natürlich kleine Spuren. Die Modelle Berlin, London und New York differieren beispielsweise auch etwas in ihrer Funktion: Die Sparklets London und Sparklets New York Soda Siphons besitzen ein Rückschlagventil, sodass die CO2 Kapsel während des Betriebs entfernt werden kann. Das etwa 10 Jahre ältere Modell des Heimsyphon Berlin hingegen besitzt noch kein Rückschlagventil, der Kapselhalter wird während des Betriebs auf dem Soda Siphon belassen. Doch egal für welchen Typ man sich etnscheidet – die Qualität stimmt! Mindestens 80 weitere Jahre sollen die fertig restaurierten Schmuckstücke funktionstüchtig bleiben. Deshalb kooperieren die Unternehmer ausschließlich mit sorgfältig ausgewählten Partnern und achten bei Maschinen und Werkzeugen auf sehr hohe Qualitäts- und Verarbeitungsstandards.


Die Sache mit dem Preis

Die liebevolle und zeitintensive Handarbeit hat natürlich auch ihren Preis. 550 bis 750 Euro zahlt der stilbewusste Kunde, der Preis für besondere Raritäten beginnt ab 3500 Euro. Der Preisunterschied spiegelt dabei Seltenheit und Alter wider. Die fertigen Unikate werden in einer hochwertigen Holzschatulle inklusive 11 Soda Kapseln und Kapselhalter sowie einem Zertifikat mit Herstellungsjahr, Restaurationsdatum, Seriennummer und dem letzten Aufenthaltsort, versendet. Pro Füllung der Sodakapseln fallen dann zwischen 30 und 40 Cent an – ja nach Größe der Bestllung. Die verwendete Technik ist rein mechanischer Natur und im Grunde sehr einfach. Daher fallen auf Wartung und Reparaturen auch nach mehreren Jahren im Gebrauch keine oder nur geringe Kosten an.

Mehr Infos unter : www.siphonmanufaktur.de/de/


Stadtmagazin Landshut Regensburg