Hören Sie optimal? - Unser Test verrät Ihnen, wie gut Ihr Hörvermögen ist

Wer gut hört, weiß oft nicht, was es bedeutet, schlecht oder gar nicht zu hören. Nur die wenigsten Menschen denken bewusst über die Gesundheit ihrer Ohren nach. Dabei ist das Gehör unser wichtigstes Kommunikationsorgan. 24 Stunden am Tag nimmt es Geräusche aus der Umwelt auf. Ob das Läuten eines Telefons, Vogelgezwitscher oder einen tropfenden Wasserhahn – das Gehör versorgt uns ständig mit Informationen.


Foto: © biha_Fotograf Sascha Gramann

Hörprobleme sind keine Seltenheit. Allein in Deutschland hören mehr als 15 Millionen Menschen nicht mehr einwandfrei – Tendenz steigend. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Ob im Büro oder in der Freizeit – das Gehör ist einer permanenten Belastung ausgesetzt. Viele Menschen gehen sehr sorglos mit ihren Ohren um und halten schlechtes Hören nur für eine lästige Alterserscheinung. Es sind aber nicht nur die Älteren, die ihre Umgebung nicht mehr verstehen. Bereits jeder vierte Jugendliche leidet nachweisbar unter Hörproblemen.


Hörschäden selbst erkennen

Eine Hörminderung erkennt man nicht einfach so. Anfangs bleibt ein Hörschaden oft unbemerkt, denn Schwerhörigkeit ist ein Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum entwickelt und schleichend fortsetzt. Meist sind es Familienmitglieder, Freunde oder Kollegen, die es zuerst bemerken, wenn jemand nicht mehr ganz Ohr ist:

 

Kommt Ihnen das bekannt vor?

* Bei Ihnen ist der Fernseher oder das Radio so laut gedreht, dass andere sich beschweren?

* Müssen Sie sich beim Hören sehr anstrengen und konzentrieren?

* Bei Unterhaltungen treten häufig Missverständnisse auf?

* Sie ziehen sich aus sozialen Kontakten zurück?

 

 

Wie gut hören Sie?

Sie hören gut, aber verstehen Sie auch immer alles? Gehen Sie auf Nummer sicher und beantworten Sie die folgenden Fragen mit Ja oder Nein.


1. Besuchen Sie regelmäßig laute Musik- oder Sportveranstaltungen?
2. Sind Sie am Arbeitsplatz Lärm ausgesetzt?
3. Sprechen Ihre Gesprächspartner oft undeutlich?
4. Müssen Sie in Gesprächen häufiger nachfragen?
5. Beugen Sie sich zu Ihrem Gesprächspartner, um ihn besser zu verstehen?
6. Haben Sie Schwierigkeiten, einem Gespräch zu folgen, wenn viele Menschen beteiligt sind?
7. Verstehen Sie Ihre Gesprächspartner am Telefon häufig schlecht?
8. Haben Sie Schwierigkeiten, sich auf einer lauten Party zu unterhalten?
9. Lassen Sie sich beim Lesen manchmal durch Lärm aus einem anderen Raum ablenken?
10. Sind Sie älter als fünfzig Jahre?

Auswertung: Wenn Sie mehr als dreimal mit Ja geantwortet haben, sollten Sie vorsorglich Ihren Hausarzt, einen Hals-Nasen-Ohrenarzt oder einen Hörgeräteakustiker aufsuchen und Ihr Gehör professionell testen lassen.


Unsere Empfehlung: Ab 40 Jahren gehören Hörtests zur Gesundheitsvorsorge. Alle zwei Jahre sollten Sie Ihr Gehör überprüfen lassen. Denn wie bei vielen gesundheitlichen Einschränkungen gilt auch für das Hören: Je früher etwas unternommen wird, umso geringer sind die Auswirkungen und der Verlust der Lebensqualität!

 

 

Wie entstehen Hörschäden?

Zu den häufigsten Auslösern von Hörschäden gehören Lärm und Infektionskrankheiten. In einem schleichenden Prozess kann es zu einer nicht wieder umkehrbaren Zerstörung der Hörsinneszellen im Innenohr kommen. Auch mit steigendem Alter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, schlechter zu hören. Eine vergleichende Studie an Naturvölkern hat allerdings gezeigt, dass 70-jährige Eingeborene noch genauso gut hören wie 30-jährige Städter in Industrienationen. Tatsächlich ist der Alterungsprozess des Gehörs also das Resultat aller für das Ohr schädlichen Einflüsse während des ganzen Lebens. Dazu gehören auch Alkohol und Nikotin.


Hörschäden können behandelt werden

Wichtig ist, dass Hörprobleme möglichst frühzeitig erkannt und behandelt werden. In manchen Fällen kann das Hörvermögen durch Medikamente oder einen operativen Eingriff verbessert werden. Bei der Mehrzahl der Betroffenen ist dies jedoch nicht möglich. Hier kann die Hörminderung aber fast immer mit einem Hörsystem ausgeglichen werden.

Einwandfreies Hören mit brillantem Klang und ohne störende Nebengeräusche – das ist der Leistungsstand heutiger Hörgeräte. Dank der ausgefeilten Digitaltechnik mit immer schnelleren Chips filtern die Hörsysteme störenden Lärm nahezu lückenlos. Stimmengewirr im Café, Straßen- oder Baulärm, selbst impulsartige Geräusche wie Autohupen oder Feuerwerkskörper – all das wird von den Hörgeräten erkannt und ausgeblendet. Nützliche Signale wie die Stimme des Gesprächspartners oder die Klänge eines Orchesters können hingegen erkannt und hervorgehoben werden.

 

 

 

So schützen Sie Ihr Gehör

Täglich sind wir unterschiedlichen Lärmbelastungen ausgesetzt, beispielsweise im Straßenverkehr, beim Sport, im Café oder im Fußballstadion. Nicht immer kann man ihnen einfach aus dem Weg gehen, etwa im Beruf. Wenn der Lärmpegel hoch ist, ist es sinnvoll, Ohrstöpsel zu benutzen. Sie bestehen aus unterschiedlichen, anpassungsfähigen Materialien, wie Wachs oder Kunststoff, mit Filter- und Belüftungssystemen. Ohrstöpsel können den Lärm um 20 bis 30 Dezibel reduzieren, wiegen nur wenige Gramm und können dazu beitragen, dass Ihre Hörfähigkeit intakt bleibt – auch noch in zehn Jahren. Ratsam ist es auch, den Ohren zwischendurch Ruhepausen zu gönnen – unternehmen Sie doch mal einen Spaziergang in ruhiger Natur oder lassen Sie abends mal TV oder Radio abgeschaltet und lesen Sie dafür eine Zeitschrift oder ein Buch.

 

 

 

Quellen: Fördergemeinschaft Gutes Hören, Deutsches Grünes Kreuz, Hear-it

 


Stadtmagazin Landshut Regensburg