Sommer, Sonne, Hitzestau: Was unseren Venen an heißen Tagen gut tut

Jede fünfte Frau in Deutschland kennt das Problem: An warmen Sommertagen werden die Waden dick, Beine und Füße fühlen sich unangenehm schwer an. Keine Sorge – das ist doch ganz normal, denken viele. Doch hinter diesen Symptomen können die ersten Anzeichen einer Venenschwäche stecken, die man unbedingt kontrollieren lassen sollte. Warum zu viel Wärme schlecht für die Venen ist und wie Ihre Beine trotz Sommer und Sonne fit bleiben, lesen Sie auf den folgenden Seiten.


Foto: istock

Gerade im Sommer leisten unsere Venen täglich Schwerstarbeit. Vor allem für die Beinvenen ist es besonders mühsam, das „verbrauchte“ Blut zurück zum Herzen zu transportieren, da hier die Schwerkraft entgegenwirkt. Kommt dann noch Hitze hinzu, bedeutet das für unsere Venen die reinste Tortur. Durch die hohen Temperaturen erweitern sich die Blutgefäße, die Blutzirkulation verlangsamt sich und das Blut staut sich in den Beinen. Bei schwachen Venen kann das dazu führen, dass die Venenklappen nicht mehr richtig schließen und Flüssigkeit in das umliegende Gewebe austritt. Die Folge: Die Beine fühlen sich dick und schwer an. Im schlimmsten Fall droht die Entstehung von Krampfadern.


Eine Venenmessung schafft Klarheit

Wer unter Venenproblemen leidet, kann mithilfe einer Venenmessung feststellen, ob und wie stark die Venen geschädigt sind. In vielen Apotheken und Sanitätshäusern wird eine spezielle Messmethode angeboten, bei der die Geschwindigkeit gemessen wird, mit der sich nach einer Muskelaktivität die Venen wieder mit Blut füllen. Sind die Venenklappen defekt, fließt das nach oben gepumpte Blut wieder zurück und die Vene füllt sich schnell. Bei intakten Venenklappen ist dieser Weg versperrt und die Vene muss erst durch das arterielle Blut wieder aufgefüllt werden – das dauert länger. Somit kann die Zeit der Wiederauffüllung einen guten Hinweis zur Beschaffenheit der Venen geben.

 

 

So bleiben Ihre Beine cool


Hitze-Einflüsse vermeiden

Auch wenn sonnengebräunte Beine für viele Frauen erstrebenswert sind: Setzen Sie Ihre Beine möglichst nicht der direkten Sonne aus. Vermeiden Sie die Mittagshitze, reduzieren Sie heiße Vollbäder sowie Saunabesuche und halten Sie sich nicht in überheizten Räumen auf. Dort machen Ihre Venen schneller schlapp.


Belebende Duschen

An heißen Tagen empfiehlt es sich, die Beine morgens und abends kühl abzuduschen. Denn beim Abbrausen mit kaltem Wasser ziehen sich die Gefäße zusammen, was den Blutfluss verbessert. Hierbei beachten: Duschen Sie Ihre Waden von unten nach oben – also in Richtung des normalen Blutflusses – ab, nur so wird die Flüssigkeit aus dem Bein befördert. Wiederholen Sie die Prozedur zwei- bis dreimal pro Bein. Das bringt die Venen in Schwung.


Trinken, trinken, trinken!

Um schmerzende, schwere Beine im Sommer zu vermeiden, sollte man besonders darauf achten, viel zu trinken. Dadurch wird das Blut dünnflüssiger und die Fließgeschwindigkeit beschleunigt sich. Besonders gute Durstlöscher sind Wasser, Saftschorle und gekühlte Kräutertees. Sie versorgen den ganzen Körper mit Flüssigkeit und unterstützen damit auch die Blutzirkulation in den Beinen.


Bewegen statt Faulenzen

Sport treiben ist gesund und vor allem für Menschen in sitzenden Berufen ein wichtiger Ausgleich, denn Bewegung kurbelt den Blutfluss an. Vor allem Schwimmen ist eine wahre Wohltat für die Beine. Der Wasserdruck wirkt wie ein natürlicher Kompressionsstrumpf und unterstützt das Blut dabei, leichter abzuströmen. Einen ähnlich positiven Effekt haben auch Radfahren oder Walking.


Leichte Beine mit Kompressionsstrümpfen

Bei schwerwiegenderen Venenleiden können – gerade auch im Sommer – Kompressionsstrümpfe für Erleichterung sorgen. Denn bei großer Hitze haben die schwachen Venen den Druck, der durch die Kompression des Strumpfs von außen ausgeübt wird, besonders nötig. Kompressionsstrümpfe verengen den Venendurchmesser und sorgen für eine verbesserte Durchblutung. Schwellungen klingen ab und die Beine fühlen sich leichter an.


Venenübungen für unterwegs und auf Reisen

1. Schreiben Sie im Sitzen mit dem großen Zeh eine liegende Acht auf den Boden. Dann die Seiten wechseln und mit dem anderen Fuß schreiben. 5 Wiederholungen pro Fuß.

2. Stellen Sie die Füße im Sitzen zuerst auf die Zehenspitzen und halten Sie diese Position ein paar Sekunden. Dann die Fersen absenken und die Zehen nach oben ziehen. 10 Wiederholungen.

3. Setzen Sie sich auf die Stuhlkante. Legen Sie jeden Fuß auf einen Igelball und rollen Sie mit den Füßen vor und wieder zurück.

4. Stellen Sie sich fest auf beide Füße. Ziehen Sie dann ein Knie an, der Standfuß geht auf die Zehenspitzen. Abwechselnd das linke und das rechte Knie anziehen. 10 Wiederholungen pro Seite.

5. Stellen Sie sich auf die Zehenspitzen und drehen Sie die Fersen nach rechts. Dann die Fersen absetzen, wieder anheben und nach links drehen. Tipp: Die Arme ausbreiten, um das Gleichgewicht zu halten. 10 Wiederholungen pro Richtung.

 

 

Venen-SOS: Das hilft kurzfristig gegen schmerzende Beine

Mit ein paar leichten Tipps lassen sich die Venen kurzzeitig entlasten. So schafft das Hochlegen der Beine Erleichterung und auch leichte Bewegung, wie etwa ein Spaziergang, regt den Blutfluss wieder an. Kühlende Gels mit dem Wirkstoff aus dem Samen der Rosskastanie wirken unterstützend bei der Linderung von akuten Venenbeschwerden – z.B. von Venostasin aus der Apotheke. Der leichte Massage-Effekt beim Auftragen verschafft eine zusätzliche Erleichterung.

 

Quellen: Deutsche Venen-Liga e.V., Venostasin, Mediven


Stadtmagazin Landshut Regensburg