Der neue Minimalismus beim Wohnen – Möbeltrend 2018

Nachdem die „German Gemütlichkeit“ laut aktueller Möbelmessen wieder en vogue ist und unsere vier Wände damit auch offiziell wieder gemütlich sein dürfen, ohne uncool zu sein, sehen Trendforscher eine neue Gemütlichkeits-Variante im Kommen – und die könnte tatsächlich das Zeug zum Klassiker haben. Der neue, gemütliche Minimalismus.


Der neue Stil ist schlicht und arbeitet mit minimalistischen Formen, ohne kühl zu sein, und ist dekorativ, ohne sich im Detail zu verlieren. Diese ausgewogene moderne Mischung braucht den richtigen Rahmen. Ideal sind Möbel, die mit der Architektur eine Linie bilden und nicht so sehr als Volumen hervorspringen. Sie bringen optische Ruhe in eine Wohnung. Ihre Funktion ist es in erster Linie, nicht aufzufallen und alle Funktionen vorzuhalten, die benötigt werden – in erster Linie also Stauraum zu bieten oder Stellplatz zu sein, sei es für Musikanlage, Blumen, Laptop oder was man sonst so braucht. Dann kommen ausgesuchte Möbel und Objekte wie etwa ein besonders schöner Schrank, ein Bild, ein Sessel oder eine skulpturale Leuchte auch sehr gut zur Geltung. Es geht also um Reduzierung, ums Weglassen und um Ordnung – aber ohne das Praktische, das Alltägliche zu vernachlässigen. Oft verbergen sich hinter den klaren Linien und der Einfachheit des Designs bei genauer Betrachtung eine Vielzahl von Design-Details, die die Produkte der neuen Trend-Labels so besonders machen.


Minimalismus und Wohnlichkeit müssen kein Widerspruch sein

Dass Minimalismus und Wohnlichkeit sich überhaupt nicht widersprechen müssen, zeigen schon traditionelle Wohnstile etwa aus dem skandinavischen oder auch japanischen Kulturkreis. Es kommt auf die Kombination von klaren Linien mit wärmeren Tönen, wohnlichen Materialien wie Holz und Textilien an. Auch weich gerundete Volumen sind im Minimalismus durchaus „erlaubt“, wenn man das überhaupt so sagen will. Wer sagt denn, dass ein minimalistisch gestalteter Tisch nur kantige Ecken und Beine haben darf? Minimalistisch heißt ja eigentlich nur, dass eine Form nichts Überflüssiges aufweisen sollte, und vielleicht noch, dass dabei eine möglichst minimale Materialstärke erreicht wird, wodurch im Idealfall Klarheit und Leichtigkeit erzielt wird.


Aufgeräumte Optik mit viel Geschmack

Doch wie realisiert man nun einen minimalistischen Einrichtungsstil? Nach welchen Kriterien geht man vor? Hier stehen individuelle Bedürfnisse der Bewohner im Vordergrund. Wo brauche ich besonders viel Klarheit und wo weniger? Die einen bevorzugen zum Beispiel eine aufgeräumte Optik im Bad, andere im Schlafzimmer. Im Wohnzimmer kann ein minimalistisches Interior Design schnell kühl und repräsentativ statt warm und einladend wirken, wenn man die falschen Materialien wählt. Und da heute ja eigentlich nicht nur alles erlaubt ist, sondern ein Mix & Match geradezu als Inbegriff von Kennerschaft und Trendbewusstsein gilt, kann man diesem Eindruck leicht mit einem Hauch Anachronismus entgegenwirken. Schlicht und gemustert, modern und Flohmarkt gehen heute sehr gut zusammen. Doch solche Akzente sollten äußerst sparsam gesetzt werden. Und dies macht den „neuen Minimalismus“ aus. Die Schweden haben für dieses Lebensgefühl ein passendes Wort im Sprachgebrauch. Logom (gesprochen „Lahgomm“) bedeutet bildlich übersetzt „genau die richtige Menge“. Auf die Einrichtung von Häusern und Räumen übertragen gilt es die perfekte Mitte zweier Gegensätze zu treffen.

 

 

Quelle/Fotos: imm Cologne


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