11.04.2015 Welt-Parkinson-Tag - Wir klären auf

Die Diagnose Parkinson ist für fast alle Patienten zuerst ein Schock. Sofort haben sie Bilder von Menschen im Kopf, die in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt sind: Zittern, und steife Gliedmaße sind die bekannten Beschwerden. Aber auch Schmerzen, Verdauungsstörungen, Schlafprobleme und depressive Verstimmungen belasten die Patienten sehr. Oft sind diese sogenannten nicht-motorischen Symptome bereits erste Anzeichen für die Erkrankung. Parkinson ist eine Krankheit, die nicht heilbar ist. Doch mit der richtigen und vor allem frühzeitigen Therapie, kann das Fortschreiten der Krankheit verzögert und der Zustand der Patienten erheblich verbessert werden. BESTE JAHRE klärt auf!


Quelle: Neupro

Viele unterschiedliche Symptome machen Parkinson-Patienten das Leben schwer. Dennoch können Patienten mit der richtigen Therapie die typischen Symptome in den Griff bekommen und ihre Lebensqualität entscheidend verbessern. Wichtig hierfür ist eine umfassende, ganzheitliche Behandlung. Unwillkürliche und langsame Bewegungen, steife Gliedmaßen und die dadurch entstehende Unbeweglichkeit, Zittern, obwohl man sich eigentlich im Ruhemodus befindet – das sind die typischen sogenannten motorischen Symptome für Morbus Parkinson. Alltägliche Bewegungen können nicht mehr koordiniert und flüssig ablaufen: Es fällt plötzlich schwer, sich die Schuhe zu binden, Telefonnummern einzutippen oder Geld abzuzählen.


Erste Anzeichen


Muskelschmerzen
Ein häufiges erstes Anzeichen können unspezifische Schmerzen in den Muskeln oder ein leichtes, hin und wieder auftretendes Zittern einer Hand sein.
 
Schlafstörungen
Im Frühstadium können bei Parkinson-Patienten sogenannte REM-Schlaf-Verhaltensstörungen auftreten. Der Patient durchlebt in der Nacht besonders heftige Traumphasen, bei denen es zu ruckartigen Bewegungen oder lautem Reden kommen kann. Im Krankheitsverlauf können dann Muskelverspannungen oder Verkrampfungen Gründe für die Schlafstörung sein.
 
Gastrointestinale Beschwerden
Die für Parkinson typische Verlangsamung der Bewegung betrifft den ganzen Körper – so auch den Darm. Er wird träge, häufige Blähungen, Bauchschmerzen, Verstopfungen oder auch Schluckbeschwerden erschweren den Alltag.

Eine ganzheitliche Therapie für alle Symptome
Neben wichtigen Eckpfeilern wie Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie steht für die medikamentöse Behandlung für Parkinson-Patienten eine Reihe von Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Mit der richtigen Therapie zum Beispiel können die Patienten über einen längeren Zeitraum unter der sogenannten Baseline bleiben. Baseline nennt man den Zustand des Patienten mit allen Diagnose-Ergebnissen und Gesundheitsparametern, der beim Beginn der Behandlung festgehalten wird.

 

Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Levodopa oder Dopaminagonisten
 Bei der Parkinson-Erkrankung bilden sich die Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren, immer mehr zurück. Die Folge: Symptome wie Zittern der Arme und Beine in Ruhephasen, steife Gliedmaßen oder auch Beschwerden im Magen-Darm-Trakt treten auf. Um den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen, werden z. B. die Medikamente Levodopa oder auch Dopaminagonisten eingesetzt.



Die tiefe Hirnstimulation
Die tiefe Hirnstimulation ist eine Operation am Gehirn. Für den sogenannten Hirnschrittmacher wird eine Elektrode im Gehirn eingesetzt. Der bei Parkinson-Patienten auftretende Tremor, das plötzliche Zittern, soll so unter Kontrolle gebracht werden. Diese Therapie ist für Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung.


Medikamentenzufuhr über eine Dosierpumpe
Wenn durch die Tabletteneinnahme keine ausreichende Besserung der Symptome mehr erzielt werden kann, oder aufgrund von Schluckbeschwerden eine Tabletteneinnahme nicht möglich ist, ist es möglich, eine Pumpe einzusetzen. Bei dieser „Rescue-Strategie“ wird entweder der Wirkstoff Apomorphin über eine Kanüle unter die Haut gepumpt, oder der Wirkstoff L-Dopa durch eine Sonde in den oberen Dünndarmbereich zugeführt. Durch die Sonde bzw. die Kanüle besteht für den Patienten eine zusätzliche Einschränkung im Alltag, daher sollte diese Behandlung nur im äußersten Fall eingesetzt werden.
 


Stadtmagazin Landshut Regensburg