Volksleiden Schulterschmerzen

Schmerzen und Verspannungen im Schulterbereich sind weit verbreitet und treffen jede Altersgruppe. Sie können akut beim Sport oder beim Heben schwerer Lasten auftreten. Daneben leiden aber immer mehr Menschen unter chronischen Schulterschmerzen, die von Entzündungen oder Gelenkverschleiß herrühren. Die häufigsten Arten von Schulterbeschwerden, ihre Ursachen und was Sie dagegen tun können, haben wir für Sie zusammengefasst.


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Arthrose im Schultergelenk

Bei einer Arthrose der Schulter ist der Knorpel zwischen Schulterpfanne und Oberarmkopf beschädigt. Durch die Armbewegungen wird der Knorpel gegen die Gelenkpfanne gerieben und beschädigt. Die Schmerzen treten vor allem in den Morgenstunden und nach längerer Belastung auf. Streckt man die Arme nach vorne oder hebt sie hoch über oder hinter den Kopf, spürt man ein Knirschen in der Schulter. Neben den Schmerzen in der Schulter werden häufig Einschränkungen der Außendrehfähigkeit und der seitlichen Abspreizbarkeit der Schulter beklagt. Wenn der Arzt die Diagnose bestätigt, gibt es eine Reihe von Therapiemöglichkeiten. Hierzu gehören unter anderem Kälteanwendungen, die die Entzündung eindämmen. Bei starken Schmerzen kann der Arzt ein entzündungshemmendes Medikament spritzen. Auch Schmerzmittel helfen. Wichtig bei Arthrose ist auch, in Bewegung zu bleiben, die Schultern viel zu bewegen, dabei aber nicht zu stark zu belasten.


Die Kalkschulter

Auch Kalkablagerungen in den Schultergelenken können zu heftigen Schmerzen führen. Man spricht von einer Kalkschulter. Hierbei lagern sich in einer Sehne der Schulter Kalziumkristalle ab. Die Schmerzen können durch Arm heben oder Wurfbewegungen ebenso durch Arbeiten über Kopf ausgelöst werden. Frauen leiden häufiger darunter als Männer. Eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung kann Klarheit darüber geben, ob die Symptome tatsächlich Folge einer Kalkschulter sind. Bei der Behandlung wird zunächst versucht, die akuten Schmerzen mit Eispackungen und entzündungshemmenden Medikamenten zu lindern. Auch Krankengymnastik und Elektrotherapie können helfen. Bei sehr starken Schmerzen kann eine Spritze oder eine Stoßwellentherapie erfolgreich sein.


Das Impingementsyndrom

Mit Impingement,- oder Impingement-Syndrom bezeichnet man die Verengung im Schultergelenk, genauer gesagt im subacromialen Raum des Schultergelenkes. Hauptsächlich beim seitlichen Anheben des Armes, kommt der Oberarmknochen dem knöchernen Schulterdach viel zu nah. Durch die ständige Quetschung kann es dabei auch zu einer Schleimbeutelentzündung kommen. Der Arm kann dann seitlich nicht mehr über 90 Grad angehoben werden. Abschwellende Medikamente und gezielte krankengymnastische Übungen lindern die Schmerzen. Sie helfen auch, die Schulter wieder beweglicher zu machen. Auch ein operativer Eingriff ist denkbar. Dabei wird er chronisch entzündete Schleimbeutel entfernt, die angegriffene Sehne geglättet oder der knöcherne Engpass beseitigt.



Die "Frozen Shoulder"

Bei zunehmender Unbeweglichkeit der Schulter bis hin zur Steife kann auch eine so genannte "Frozen Shoulder" (engl. "eingefrorene Schulter) vorliegen. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung der Gelenkkapseln, die Entzündungsprozesse auslöst. Das Problem beginnt mit Schulterschmerzen, die immer stärker werden und sich über Monate hinwegziehen können. Manche Betroffenen nennen als Auslöser eine falsche Schulterbewegung oder einen Sturz. Oft kommt das Ganze aber aus dem Nichts. Die Schmerzen treten vor allem in Ruhe und damit auch nachts auf. In dem Maße, wie die Schmerzen dann langsam wieder zurückgehen, nimmt die Steife zu. Das betrifft besonders das Heben des Armes. In der schmerzhaften Phase kommen schmerzlindernde Entzündungshemmer als medikamentöse Therapie infrage. Häufig kommt auch Kortison, in Form von Tabletten oder Spritzen zum Einsatz. Um die Beweglichkeit wiederzuerlangen hat Krankengymnastik eine große Bedeutung. Hilft das alles nicht, bleibt eine operative Therapie, meist als Gelenkspiegelung, die letzte Lösung.


Riss der Rotatorenmanschette

Die Rotatorenmanschettenruptur ist die mit Abstand häufigste Erkrankung der Schulter. Das Risiko für diese Verletzung steigt mit zunehmenden Alter und Funktionsanspruch an die Schulter. Typische Anzeichen für einen Riss sind starke Schmerzen und ein zunehmender Kraft- und Funktionsverlust des Armes. Leider heilt ein Rotatorenmanschettenriss nicht von selbst, vielmehr wird er unbehandelt oft größer und die Funktion der Sehne wird zunehmend geschwächt. Daher ist ein chirurgischer Eingriff mittels einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) oft unumgänglich. Sind die Risse und Löcher nur klein, ist auch eine Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten und krankengymnastischen Übungen möglich. Sie kann im besten Fall die normale Schulterfunktion weitgehend wiederherstellen. Die gerissenen Sehen jedoch werden allerdings dadurch nicht mehr zusammenwachsen.




Das Schulter-Arm-Syndrom

Das Schulter-Arm-Syndrom ist ebenfalls eine sehr häufige Erkrankung. Unter den Begriff fallen Schulterschmerzen, die auch in den Arm ziehen. Meist gehen die Schmerzen auch mit einem Kribbeln oder Taubheitsgefühl einher. Diese Schmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. Häufig kommen die Beschwerden aber durch Probleme mit der Halswirbelsäule zustande, bei der Nervenwurzeln eingeengt sind. Fehlhaltungen und kalte Zugluft können dies verstärken. Heftige Muskelverspannungen oder Blockierungen im Halswirbelbereich können ebenfalls für starke Schmerzen im Schulter-Armbereich sorgen. Die Behandlung des Schulter-Arm-Syndroms ist individuell unterschiedlich. Leichtere Schmerzzustände können häufig schon durch den Einsatz von Schmerzmittel bekämpft werden. Kommt es zu Muskelverspannungen, können muskelentspannende Medikamente eingesetzt werden. Auch Massagen können dazu beitragen, die Verspannungen zu lösen. Ebenso kann ein Chiropraktiker durch gezielte Handgriffe Wirbelblockierungen lösen. Um das Schulter-Arm-Syndrom langfristig zu bekämpfen, ist eine physiotherapeutische Behandlung sinnvoll.



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